Grabgestaltung

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Die Beerdigung im Islam (Djanāza) folgt festen rituellen Abläufen, die von Respekt, Einfachheit und der Würde des Verstorbenen geprägt sind. Die Beisetzung soll nach Möglichkeit so schnell wie möglich nach dem Tod stattfinden – idealerweise innerhalb von 24 Stunden.

Ein zentrales Prinzip dabei ist die Gleichheit aller Menschen im Tod: Es gibt keine prunkvollen Särge, auffälligen Grabbeigaben oder teure Kleidung

 

Der Ablauf in vier zentralen Schritten

1
 
Rituelle Waschungszeremonie (Ghusl)
Direkt nach dem Tod

Der Leichnam wird von gleichgeschlechtlichen Angehörigen oder dafür ausgebildeten Personen sorgfältig mit Wasser und Seife gewaschen (Ghusl). Ziel ist es, den Verstorbenen in einem Zustand vollkommener Reinheit vor Gott zu bringen.

2
 
Einhüllung in das Leichentuch (Kafan)
Vor dem Gebet

Der gewaschene Körper wird in einfache, ungenähte, weiße Baumwolltücher gehüllt (Kafan). Männer erhalten in der Regel drei Tücher, Frauen fünf. Es werden keinerlei Schmuck oder Kleidung getragen.

3
 
Das Totengebet (Salāt al-Janāza)
Gemeinschaftliches Gebet

Die Gemeinschaft kommt zusammen, um für den Verstorbenen um Vergebung zu bitten. Das Gebet wird im Stehen verrichtet – ohne die sonst üblichen Verbeugungen (Rukū‘) oder Niederwerfungen (Sudschūd).

4
Die Beisetzung im Erdgrab
Abschluss

Der Verstorbene wird ohne Sarg direkt in die Erde gebettet. Der Körper wird leicht auf die rechte Seite gedreht, sodass das Gesicht in Richtung der Kaaba in Mekka (Qibla) zeigt.

Die Besonderheiten beim Erdgrab

 

 

 

 

 

 

In der islamischen Tradition wird traditionell eine Nische seitlich in die Grabwand eingelassen (Lahd), in die der Verstorbene gelegt wird. Abgedeckt wird dieser Hohlraum meist mit Holzbrettern oder Steinplatten, bevor das Grab mit Erde aufgeschüttet wird, damit keine Erde direkt auf den Körper drückt.

Besonderheit in Deutschland / Europa:

Da in vielen europäischen Ländern die Sargpflicht gesetzlich verankert ist, wird der Verstorbene dort oft in einem schlichten Holzsarg beigesetzt. In immer mehr Städten gibt es jedoch mittlerweile Friedhöfe mit speziellen Feldern, auf denen die sarglose Bestattung im Leichentuch gestattet ist.

Wichtige Verhaltensweisen & Traditionen

  • Keine Feuerbestattung: Ein Verbrennen des Körpers (Kremierung) ist im Islam streng untersagt, da der Körper auch nach dem Tod als wertvoll und unversehrt gilt.

  • Trauerzeit: Die offizielle Trauerzeit für die Angehörigen beträgt in der Regel drei Tage. Es ist üblich, dass Nachbarn und Freunde die Trauerfamilie in dieser Zeit mit Essen versorgen.

  • Schlichtheit der Gräber: Das Grab soll schlicht gehalten werden. Ein kleiner Hügel aus Erde oder ein einfacher Grabstein reicht aus – aufwendige Monumente werden vermieden.